Reflexionen zu ARILLION

    Die Geschichte von Eno in Arillion begann ursprünglich als die Geschichte von Elea. Der Ausgangspunkt meiner Überlegungen war die Frage: Wenn ich unsterblich wäre, über alles Wissen dieser Welt verfügte und über unendlich viel Geld verfügte – wäre ich in der Lage, die Welt zu retten? „Welt retten“ bedeutet für mich, die Umwelt zu schützen, die von Menschen verursachten Schäden zu verhindern und das Aussterben von Tierarten durch gezielte Jagd oder Lebensraumzerstörung zu stoppen. Es geht auch darum, Armut zu bekämpfen, Kriege zu verhindern und die Folgen einer Überbevölkerung zu vermeiden. Die grundlegende Frage, die mich beschäftigt, lautet: Welche Wirtschaftsform oder Politik könnte ein friedliches Miteinander ermöglichen, in dem wir mit der Erde und unseren Mitmenschen respektvoll umgehen?

    Obwohl ich keine endgültige Antwort auf diese Frage gefunden habe, gibt es doch einige Ansätze, die dem Wohl der Gesellschaft dienen könnten. Armut ist beispielsweise eine der Hauptursachen vieler negativer Entwicklungen. Sie führt zu Verbrechen, Gewalt und Kriegen. Die Wurzeln der Armut können in der Ausbeutung von Böden und Lebensräumen liegen, aber auch in der Gier der Mächtigen, die sich nur dann um Armut kümmern, wenn es ihnen selbst nützt.

    In meiner Geschichte ist Elea die Figur, die am Ende der Zeit die Welt retten soll. Doch ihre Welt ist bereits jetzt in Gefahr, sodass sie Eno herbeiruft, um ihr zu helfen, den kleinen Teil Enejamas zu retten. Viele Faktoren führen in Enejama zur Ausbeutung der Erde. Ein entscheidender Aspekt ist die Unbewusstheit, mit der das Volk von Gur mit den Ressourcen umgeht. Ein Eingriff in die Natur hat oft unvorhersehbare Konsequenzen, die für andere Völker lebensbedrohlich sein können.

    Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Frage, wie eine Gesellschaft organisiert sein sollte. Hier bringe ich den männlichen und weiblichen Aspekt ins Spiel. Der männliche Aspekt steht für Expansion, Wachstum und Schutz nach außen, während der weibliche Aspekt den Erhalt des Bestehenden und den Zugang zur spirituellen Welt verkörpert. Eno erfährt auf seiner Reise die Unterschiede zwischen den Völkern und ihre jeweilige Version von Politik.

    Die Musik spielt in Arillion eine zentrale, mystische Rolle. Sie ist wie die Lichtschwerter in Star Wars – eine machtvolle Unterstützung, die jedoch den Menschen und manchmal auch die Natur benötigt, um ihre volle Kraft zu entfalten. Jedes Volk in Enejama hat seine eigenen Eigenschaften und Besonderheiten, die es ausmachen. Als Eno bereits fast fertig geschrieben war, bemerkte ich, dass die Beschreibungen und Attribute der Völker genau den sieben Chakras entsprechen. Diese Entdeckung war zunächst zufällig, aber nachdem mir die Parallelen bewusst wurden, habe ich die Chakras noch gezielt mit Farben und Kristallen ergänzt.

    Oberflächlich betrachtet mag Arillion wie eine schöne Geschichte wirken, doch für mich verbirgt sich darin viel Tiefgang. Ich hoffe, dass die Leser ähnliche Aha-Momente erleben wie ich und wie Eno. Besonders denke ich, dass jugendliche Leser und junge Erwachsene die Kraft und Bedeutung dieser Geschichte stärker wahrnehmen werden als ältere Menschen.