Arillion
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AUSSCHNITT
Entspannt wogte der Körper der großen Frau, als sie sich in einer fließenden Bewegung ins weiche Grass setzte: „Du bist hier richtig, Eno. Ich bin Mogana. Wie kann ich dir helfen?“
Die erhabene Anmut Moganas gab Eno Hoffnung und lächelnd sank er neben ihr ins Gras.
„Da ist ein Mädchen Namens Elea. Die Jäger in Amurien sprachen von einem Traum, einer Prophezeiung. Die Bilder, die Elea sieht haben etwas mit mir zu tun und ich glaube, sie braucht meine Hilfe. Allerdings weiß ich nicht, wo sie lebt oder wie ich sie finden kann.“
Als Mogana den Namen „Elea“ hörte, sah sie ihn eindringlich an und unerwartet intonierte ihre dunkle Stimme: „In vielen Jahren, in ferner Zeit, ist es für unsere Mutter so weit. Gaya ist krank, zum Sterben bereit, sie wartet auf dich, dass du sie befreist.“
Enos grüne Augen versanken in Moganas und für einen kurzen Moment verschmolzen die Blicke, ohne sich jedoch zu verlieren.
Langsam löste Mogana den Moment und sprach leise: „Ich war die Priesterin der Prophezeiung.“ Damit schloss sie die Augen, legte den Kopf in den Nacken und sagte in monotoner Stimme.
„Elea“, der Klang von Moganas Stimme resonierte in Eno. Es war als, würde er ihre Stimme mit seinem Geist hören. Mogana sprach entrückt: „Elea aus Arillion erlebt drei Heimsuchungen. Die Prophezeiung attackiert ihre Seele, der Alptraum jagt ihre Sinne und Hunger bekämpft ihren Körper.“
Keuchend hörte Eno zu. Von der Prophezeiung und dem Alptraum wusste er, aber von Hunger war ihm nichts bekannt. Mogana hob blinzelnd den Blick, als sei sie aus einem friedlichen Traum erwacht.
„Bitte sprich weiter, Mogana!“ insistierte Eno. „Du sagtest, Elea hätte Hunger?“
Moganas Stirn kräuselte sich in tiefe Falten als sie zitternd aber gegenwärtig weitersprach: „Elea geht es nicht gut.“
„Was ist mit Elea?“ Ängstlich schlang Eno seine Arme um sich und beugte sich näher an die rothaarige Frau. „Was ist passiert?“
Urplötzlich wandte sich ihr Gesicht zum Himmel, und sie verdrehte die Augen. Eno erschrak und zuckte zusammen, als sie in tranceartiger, eintöniger Stimme sprach: „Arillion, am Rande… am Rande… Trockenheit … ein leerer Fluss… verdorrte Felder…. Menschen leiden…“
Eno hielt den Atem an. Moganas verzweifeltes Gesicht zeigte die Spuren ihrer Vision als sie langsam die Augen öffnete.
„Morphu“, flüsterte sie ängstlich. „Ich habe Morphu gesehen. Morphu und seine wilden Bestien.“ Enos Herz setzte einen Schlag aus.
„Das Überleben Arillions hängt am seidenen Faden. Das Wissen um Gaya, das Dorf Arillion und Elea könnten untergehen.“
Eno konnte nicht länger an sich halten. Er sprang auf und rief verärgert aus: „Woher weißt du diese Dinge? Niemand hat etwas über ausgetrocknete Flussbetten oder wilde Tiere gesagt.“
Mogana senkte den Blick und rieb sich die Augen.
Eno kniete sich erneut vor sie, legte beinahe grob seine Hand auf ihren Arm und sagte wütend: „Woher willst du das alles wissen?“
Mogana hob die Lider und sah ihm in die zu Schlitzen zusammengezogenen, dunkelgrünen Augen.
Seufzend aber mild lächelnd sagte sie: „Ich habe die Fähigkeit, in die Zukunft zu sehen, kann Gedanken lesen und Gefühle fühlen.“
Hierbei kam Moganas fast liebevolle, sommersprossige Hand näher, um eine vorwitzige sonnengebleichte Locke aus Enos Gesicht zu streichen. Sie berührte kurz Enos Stirn, erstarrte und zuckte mit angstgeweiteten Augen zurück, als habe sie sich verbrannt. Auch Eno fuhr derart zusammen, dass ihm kurz das Herz stehen blieb. Als wäre ein Blitz in ihn eingeschlagen, prasselten grauenhafte Bilder seiner Welt in seinen Geist: Wolkenkratzer, Betonwege mit gefangenen Bäumen, Autos, Bagger, die sich vernichtend durch Wälder fraßen, übel stinkende Abgase aus Fabriken, öl- und plastikverseuchte Ozeane, Müllberge, Kriege und Hungersnöte, schmelzende Erdkappen.
Er schloss die Augen, konnte jedoch die Zerstörung der Mutter Erde nicht ausblenden.
Eno merkte erst, dass er weinte, als er die Augen öffnete und seine Tränen wegblinzeln musste. Er blickte in Moganas angstvolle Augen und ihre Tränen sprachen Bände. Mit zittriger Stimme sagte sie schließlich: „Die Bilder, die in deinem Kopf schweben, sind nicht für mich bestimmt. Es tut mir leid, sie gesehen zu haben.“
Arillion
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Entspannt wogte der Körper der großen Frau, als sie sich in einer fließenden Bewegung ins weiche Grass setzte: „Du bist hier richtig, Eno. Ich bin Mogana. Wie kann ich dir helfen?“
Die erhabene Anmut Moganas gab Eno Hoffnung und lächelnd sank er neben ihr ins Gras.
„Da ist ein Mädchen Namens Elea. Die Jäger in Amurien sprachen von einem Traum, einer Prophezeiung. Die Bilder, die Elea sieht haben etwas mit mir zu tun und ich glaube, sie braucht meine Hilfe. Allerdings weiß ich nicht, wo sie lebt oder wie ich sie finden kann.“
Als Mogana den Namen „Elea“ hörte, sah sie ihn eindringlich an und unerwartet intonierte ihre dunkle Stimme: „In vielen Jahren, in ferner Zeit, ist es für unsere Mutter so weit. Gaya ist krank, zum Sterben bereit, sie wartet auf dich, dass du sie befreist.“
Enos grüne Augen versanken in Moganas und für einen kurzen Moment verschmolzen die Blicke, ohne sich jedoch zu verlieren.
Langsam löste Mogana den Moment und sprach leise: „Ich war die Priesterin der Prophezeiung.“ Damit schloss sie die Augen, legte den Kopf in den Nacken und sagte in monotoner Stimme.
„Elea“, der Klang von Moganas Stimme resonierte in Eno. Es war als, würde er ihre Stimme mit seinem Geist hören. Mogana sprach entrückt: „Elea aus Arillion erlebt drei Heimsuchungen. Die Prophezeiung attackiert ihre Seele, der Alptraum jagt ihre Sinne und Hunger bekämpft ihren Körper.“
Keuchend hörte Eno zu. Von der Prophezeiung und dem Alptraum wusste er, aber von Hunger war ihm nichts bekannt. Mogana hob blinzelnd den Blick, als sei sie aus einem friedlichen Traum erwacht.
„Bitte sprich weiter, Mogana!“ insistierte Eno. „Du sagtest, Elea hätte Hunger?“
Moganas Stirn kräuselte sich in tiefe Falten als sie zitternd aber gegenwärtig weitersprach: „Elea geht es nicht gut.“
„Was ist mit Elea?“ Ängstlich schlang Eno seine Arme um sich und beugte sich näher an die rothaarige Frau. „Was ist passiert?“
Urplötzlich wandte sich ihr Gesicht zum Himmel, und sie verdrehte die Augen. Eno erschrak und zuckte zusammen, als sie in tranceartiger, eintöniger Stimme sprach: „Arillion, am Rande… am Rande… Trockenheit … ein leerer Fluss… verdorrte Felder…. Menschen leiden…“
Eno hielt den Atem an. Moganas verzweifeltes Gesicht zeigte die Spuren ihrer Vision als sie langsam die Augen öffnete.
„Morphu“, flüsterte sie ängstlich. „Ich habe Morphu gesehen. Morphu und seine wilden Bestien.“ Enos Herz setzte einen Schlag aus.
„Das Überleben Arillions hängt am seidenen Faden. Das Wissen um Gaya, das Dorf Arillion und Elea könnten untergehen.“
Eno konnte nicht länger an sich halten. Er sprang auf und rief verärgert aus: „Woher weißt du diese Dinge? Niemand hat etwas über ausgetrocknete Flussbetten oder wilde Tiere gesagt.“
Mogana senkte den Blick und rieb sich die Augen.
Eno kniete sich erneut vor sie, legte beinahe grob seine Hand auf ihren Arm und sagte wütend: „Woher willst du das alles wissen?“
Mogana hob die Lider und sah ihm in die zu Schlitzen zusammengezogenen, dunkelgrünen Augen.
Seufzend aber mild lächelnd sagte sie: „Ich habe die Fähigkeit, in die Zukunft zu sehen, kann Gedanken lesen und Gefühle fühlen.“
Hierbei kam Moganas fast liebevolle, sommersprossige Hand näher, um eine vorwitzige sonnengebleichte Locke aus Enos Gesicht zu streichen. Sie berührte kurz Enos Stirn, erstarrte und zuckte mit angstgeweiteten Augen zurück, als habe sie sich verbrannt. Auch Eno fuhr derart zusammen, dass ihm kurz das Herz stehen blieb. Als wäre ein Blitz in ihn eingeschlagen, prasselten grauenhafte Bilder seiner Welt in seinen Geist: Wolkenkratzer, Betonwege mit gefangenen Bäumen, Autos, Bagger, die sich vernichtend durch Wälder fraßen, übel stinkende Abgase aus Fabriken, öl- und plastikverseuchte Ozeane, Müllberge, Kriege und Hungersnöte, schmelzende Erdkappen.
Er schloss die Augen, konnte jedoch die Zerstörung der Mutter Erde nicht ausblenden.
Eno merkte erst, dass er weinte, als er die Augen öffnete und seine Tränen wegblinzeln musste. Er blickte in Moganas angstvolle Augen und ihre Tränen sprachen Bände. Mit zittriger Stimme sagte sie schließlich: „Die Bilder, die in deinem Kopf schweben, sind nicht für mich bestimmt. Es tut mir leid, sie gesehen zu haben.“
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